Alles über Lärche als Terrassenholz

Das heimische Holz mit Widerstandskraft

Wenn Du über eine Holzterrasse in Deinem Garten nachdenkst, stellst Du Dir mit Sicherheit vor allem die Frage: Welches Holz nehme ich? Hier kommt es auf die Qualität an, auf Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit, schließlich willst Du ja nicht in wenigen Jahren die Dielen austauschen. Lärchenholz ist das beste einheimische Material für Holzterrassen – mehr über das „europäische Tropenholz“ liest Du in diesem Beitrag.

Vorkommen und Arten von Lärchen

Die Lärche (botanische Bezeichnung: Larix) ist ein sommergrüner Baum aus der Familie der Kieferngewächse. Sommergrün bedeutet, dass die Lärche im Spätherbst die Nadeln abwirft, im Gegensatz zu nahezu allen anderen, immergrünen Kiefernarten. Zu den bekanntesten Lärchenarten gehören die europäische (Larix decidua), die sibirische (Larix sibirica) und die amerikanische (Larix laricina und occidentalis) Lärche. Die insgesamt um die zwanzig Lärchenarten wachsen weltweit meist in nördlich gelegenen Urwäldern. Lärchen, die zur Nutzung vorgesehen sind, werden in sogenannten Wirtschaftswäldern angebaut. In Europa kommt die Lärche natürlich in den Alpen sowie in den Karpaten (Polen/Tschechien) vor, in niedriger gelegenen europäischen Mittelgebirgen wird sie auch wirtschaftlich angebaut, ist dort aber grundsätzlich nicht heimisch. Die älteste Lärche wächst am Bodensee – sie ist über 300 Jahre alt, ca. 45 m hoch und hat einen Umfang von 4,75 m. Die höchsten Lärchen wiederum sind im Schlitzer Wald in Osthessen zu finden – einige Exemplare sind über 50 Meter hoch, die höchste Lärche dort (und auch weltweit!) ist 53,8 Meter hoch. Der älteste Fund eines von Menschen bearbeiteten Lärchenholz-Stücks wiederum ist ca. 11.000 Jahre alt: Das Schigir-Idol, ein verzierter Pfahl, wurde in Russland in vier Metern Tiefe gefunden und war ursprünglich wahrscheinlich um die fünf Meter hoch.

Eigenschaften von Lärchenholz

Ob Farbe, Jahresringe oder Widerstandsfähigkeit: Die Eigenschaften von Lärchenholz unterscheiden sich je nach ihrer Art und auch ihrem Wuchsstandort. Die allgemeinen Eigenschaften der Lärche kann man aber wie folgt zusammenfassen:

  • Lärchenholz ist besonders schwer und stabil. Unter den Nadelhölzern ist nur noch die Eibe härter, jedoch wird das Holz dieser geschützten Art selten bis gar nicht wirtschaftlich genutzt.
  • Auch eine besonders hohe Resistenz gegen Pilz- und Schädlingsbefall zeichnet Lärchenholz aus, genauso wie hohe Witterungsbeständigkeit und die Widerstandsfähigkeit gegen Säuren.
  • Das Splint- und das Kernholz der Lärche sind unterschiedlich gefärbt: das Splintholz gelb bis rötlich, das Kernholz dunkelrot bis rotbraun.
  • Lärchenholz riecht auffallend gut – das liegt am hohen Harzanteil im Holz.
  • Für Holzterrassen wichtig: Lärchenholz neigt weniger zu Rissen als andere Nadelhölzer, schwindet weniger als andere Holzarten und trocknet auch recht schnell.
  • Die Jahresringe einer Lärche wachsen unterschiedlich eng. Je widerstandsfähiger der Baum, desto näher liegen die Jahresringe beieinander.

Die für den Terrassenbau wichtigen Eigenschaften – Stabilität und Beständigkeit gegen Witterung und Schädlinge sowie Pilze – sind bei Lärchenholz aus ihrem natürlichen Habitus stärker ausgeprägt als bei Hölzern aus den niedrigeren Anbauregionen. Die sibirische Lärche ist dabei noch etwas resistenter als die europäische Lärche, was an dem rauen Klima in Sibirien liegt, dem sie ausgesetzt ist.

Nutzung von Lärchenholz

Dank seiner Stabilität und Haltbarkeit wird Lärchenholz vielfältig im Bau eingesetzt: Fenster und Türen werden aus Lärchenholz hergestellt, Dachkonstruktionen und Fassaden, Brücken und Möbel – und natürlich auch Terrassen. Unter den heimischen Nadelhölzern ist die Lärche das beste Holz für den Außenbereich.

Lärchenholz-Terrasse: Vor- & Nachteile

Als kleine Entscheidungshilfe haben wir hier für Dich die Vor- und Nachteile einer Terrasse aus Lärchenholz zusammengestellt:

Vorteile

  • Natürliches Material
  • Widerstandsfähig und langlebig, auch an sonnigen Orten oder am Wasser
  • Im Vergleich zu anderen (Tropen-)Hölzern recht günstig
  • Benöngt keine besondere Pflege (entwickelt dann eine Silberpatina)
  • Naturbelassene Dielen können mit Holzölen farblich verändert werden
  • Splitterfrei und deshalb barfußfreundlich

Nachteile

  • Sehr harz- und gerbsäurehaltig – benötigt ggf. spezielle Lärchenholz-Produkte zum Behandeln der Dielen
  • Patina kann sich ungleichmäßig bilden
  • Wegen Rissgefahr muss vor dem Schrauben vorgebohrt werden – die Montage durch Profis ist empfehlenswert

Tropenholz oder Lärchenholz? Ein Vergleich

Wahrscheinlich wirst auch Du gehört haben, dass das beste Holz für Terrassen Tropenholz ist, Bangkirai, Massaranduba, … Doch das stimmt so nicht – bei näherem Hinsehen stellt sich Lärchenholz als das mit Abstand bessere Holz für Deine Terrasse heraus. Wir sagen Dir, warum:

  • Hochwertiges Lärchenholz ist sehr resistent und langlebig
  • Lärchenholz ist einfacher zu verarbeiten
  • Lärchenholz blutet nicht aus wie z. B. Meranti-Holz
  • Man kann mit der richtigen Verarbeitung auch bei einer Lärchenholz-Terrasse eine homogene Oberfläche schaffen, wegen der Tropenhölzer so beliebt sind
  • Und für uns eines der wichtigsten Argumente: Lärchenholz ist um ein Vielfaches nachhaltiger. Denn erstens kannst Du Dich darauf verlassen, dass europäisches Lärchenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und keine Regenwälder dafür gerodet werden müssen. Und zweitens sind die Transportwege bei Weitem nicht so lang wie beim Tropenholz
  • der ökologische Fußabdruck Deiner Lärchenholz-Terrasse ist im Vergleich minimal!

Terrasse aus Lärchenholz pflegen

    Eine Terrasse aus Holz benötigt ein wenig liebevolle Pflege, damit sie lange hält. Dazu gehört natürlich die regelmäßige „trockene“ Reinigung mit einem Besen oder Staubsauger. Vor allem Lebensmittelreste, die mal beim Grillen herunterfallen können, oder Laub können auf der Terrasse unschöne Flecken hinterlassen, deshalb empfehlen wir Dir, hier immer schnell zu handeln.

    Ab und zu kannst Du auch zu Wasser und Terrassenreiniger in Kombination mit einem Schrubber greifen, auf jeden Fall aber am Anfang und am Ende der Terrassensaison. Alternativ kannst Du Dir auch eine spezielle Bürstmaschine für die Terrasse ausleihen, das geht dann ein wenig schneller und einfacher. So eine Wellnesskur tut Deiner Terrasse richtig gut! Übrigens: Diesen Aufwand kannst Du Dir auch mit unserem Wartungsservice sparen. Dazu weiter unten mehr …

    Lärchenholz bekommt relativ schnell eine edle, silbergraue Patina. Doch die gefällt nicht jedem – wenn auch Du dazu gehörst, dann steht auf jeden Fall mindestens einmal im Jahr das Entgrauen mit speziellem Holzentgrauer an, und zwar am besten im Frühjahr nach der großen Reinigung.

    Das Besondere an Lärchenholz ist, dass es nicht zwangsläufig mit zusätzlichen Mitteln geschützt werden muss, da es wie beschrieben sehr resistent ist gegen Pilze, Insekten und das Wetter. Wenn’s Dir aber wichtig ist, hier noch ein kleines Plus an Schutz zu setzen, dann achte bitte darauf, dass Du die passenden Produkte benutzt: Lärchenholz ist wegen seines recht hohen Harzanteils sehr wählerisch, und manche Produkte, die für andere Terrassenhölzer geeignet sind, halten auf Lärchenholz nicht, machen Flecken oder schützen nicht in dem Maße, wie Du es wünschst.

    Falls Du Deine von Haus aus helle, unbehandelte Lärchenholzterrasse farblich verändern möchtest, kannst Du sie in Deinem Wunschton einölen – das gibt auch zusätzlichen Schutz gegen Einflüsse von außen!

    Bedenke bitte bei allen Reinigungs- und Pflegekuren für Deine Terrasse: Zwischen den verschiedenen Schritten müssen die Lärchenholz-Dielen immer wieder vollständig trocknen. Plane den Terrassenputz also mit Blick auf die Wettervorhersage ein, an ein paar aufeinander folgenden regenfreien Tagen.

    An einer anderen Stelle haben wir für Dich noch mehr Tipps zur Pflege von Holzterrassen zusammengestellt:

    Fazit zu Terrassen aus Lärchenholz

    Lärchenholz ist unter den heimischen europäischen Hölzern das beste Terrassenholz, das man verlegen kann. Es ist stabil und langlebig – eine Terrasse aus Lärchenholz hält im Schnitt ca. 15 Jahre –, aber viel nachhaltiger, da es aus Europa kommt. Wer die Silberpatina mag, die sich auf dem Holz bildet, muss bei einer naturbelassenen Lärchenholzterrasse keinen großen Aufwand in Schutz und Pflege stecken. Rundum schön und pflegeleicht: Da macht die Terrassensaison richtig Spaß!